Kirschbaum schneiden: Wann ist der beste Zeitpunkt? (2026)
Wer seinen Kirschbaum schneiden will, steht schnell vor der wichtigsten Frage: Wann ist eigentlich der richtige Zeitpunkt? Die Antwort hängt davon ab, ob es sich um eine Süß- oder Sauerkirsche handelt — und sie entscheidet maßgeblich darüber, ob der Baum gesund bleibt oder anfällig für Pilzkrankheiten wird. In diesem Ratgeber erfährst du alles über den richtigen Zeitpunkt beim Kirschbaum schneiden: welcher Monat für welche Kirschart ideal ist, welche Schnitttechnik die Kirsche von anderen Obstbäumen unterscheidet, wie du Schritt für Schritt vorgehst und welche Fehler du unbedingt vermeiden solltest.
Wann sollte man einen Kirschbaum schneiden? Der beste Zeitpunkt im Überblick
Die kurze Antwort: Süßkirschen schneidest du im Sommer direkt nach der Ernte, Sauerkirschen haben mehr Spielraum bis in den Winter. Wann genau der Schnitt ansteht, hängt außerdem davon ab, welches Ziel er verfolgt — ein junger Baum wird anders behandelt als ein 30 Jahre alter Hochstamm, der seit Jahren keinen Schnitt gesehen hat.
Der folgende Schnittkalender zeigt dir auf einen Blick, wann welcher Schnitt sinnvoll ist:
| Schnitt | Wann? | Für welche Kirsche? |
|---|---|---|
| Sommerschnitt (Erhaltung) | Juli bis September, direkt nach der Ernte | Süßkirsche (Pflicht), Sauerkirsche (ideal) |
| Winterschnitt | November bis Februar, frostfrei | Nur Sauerkirsche, leichte Korrekturen |
| Erziehungsschnitt (junge Bäume) | Februar/März vor dem Austrieb oder nach der Ernte | Beide |
| Verjüngungsschnitt (alte Bäume) | Spätwinter bis März, bei trockener Witterung | Beide, etappenweise über 2–3 Jahre |
| Totholz entfernen | Ganzjährig möglich | Beide |
Eine alte Gärtnerregel bringt die Wirkung des Zeitpunkts auf den Punkt: „Willst du deinen Kirschbaum tragen sehen, schneide ihn im Sommer. Willst du ihn wachsen sehen, schneide ihn im Winter." Der Sommerschnitt beruhigt das Wachstum und fördert den Fruchtansatz — der Winterschnitt regt den Austrieb an. Für die meisten Gartenbesitzer ist deshalb der Sommerschnitt nach der Ernte die richtige Wahl.
Hinzu kommt ein rechtlicher Faktor, der oft vergessen wird: das Bundesnaturschutzgesetz. Zwischen dem 1. März und dem 30. September sind starke Rückschnitte an Bäumen in Deutschland grundsätzlich verboten — ausgenommen leichte Pflege- und Erhaltungsschnitte, die das Erscheinungsbild nicht wesentlich verändern. Der klassische Sommerschnitt am Kirschbaum fällt in diese Ausnahme. Wer dagegen im Juni radikal zurückschneidet, riskiert empfindliche Bußgelder. Mehr zu den gesetzlichen Regelungen findest du in unserem Ratgeber zum Baumschnitt im Herbst.
In unserer Erfahrung als ETT-zertifizierter Betrieb sehen wir jedes Jahr dasselbe Bild: Kirschbäume, die im März „mal eben" zurückgeschnitten wurden, zeigen im Sommer vertrocknete Triebe, Harzaustritt und schlimmstenfalls abgestorbene Äste. Das lässt sich mit dem richtigen Wissen leicht vermeiden.
Süßkirsche vs. Sauerkirsche: Unterschiedliche Schnittzeiten
Hier liegt der größte Irrtum, den Nikolai Schlupek in seiner täglichen Arbeit beobachtet: Viele Hobbygärtner behandeln Süß- und Sauerkirsche wie einen einzigen Baumtyp. Dabei unterscheiden sich die beiden grundlegend — beim Schnitttermin und beim Fruchtholz.
| Baumart | Optimaler Schnitttermin | Möglicher Zeitraum | Winterschnitt | Schnitt-Rhythmus |
|---|---|---|---|---|
| Süßkirsche | Direkt nach der Ernte (Juli) | Juli bis September | Nicht empfohlen | Alle 1–2 Jahre |
| Sauerkirsche | Nach der Ernte oder Herbst | August bis März | Bedingt möglich (Nov–Feb) | Jährlich |
Süßkirsche ist deutlich empfindlicher. Der Baum neigt bei Wunden in feuchter, kühler Witterung stark zum Gummifluss und ist anfällig für Pilzsporen, die ab Herbst in großer Zahl in der Luft sind. Deshalb gilt hier: Schnitt nur im Sommer, wenn die Wunden schnell und trocken verheilen können — direkt nach der Ernte im Juli ist ideal. Süßkirschen tragen ihre Früchte an mehrjährigen Kurztrieben, den sogenannten Buketttrieben. Sie brauchen deshalb keinen jährlichen Radikalschnitt, sondern vor allem eine luftige, lichtdurchflutete Krone.
Sauerkirsche ist robuster und verträgt auch einen Schnitt im späten Herbst oder milden Winter. Wichtiger noch: Sie muss deutlich konsequenter geschnitten werden als die Süßkirsche. Sorten wie die Schattenmorelle tragen ihre Früchte fast ausschließlich am einjährigen Holz. Bleibt der Schnitt aus, verkahlen die Triebe von innen und es entstehen lange, herabhängende „Peitschentriebe", die kaum noch Früchte tragen. Deshalb gilt bei der Sauerkirsche: jedes Jahr nach der Ernte die abgetragenen Triebe auf einen jungen Seitentrieb zurückschneiden.

Die vier Schnittarten beim Kirschbaum: Pflanz-, Erziehungs-, Erhaltungs- und Verjüngungsschnitt
„Kirschbaum schneiden" ist nicht gleich „Kirschbaum schneiden" — je nach Alter und Zustand des Baumes verfolgt der Schnitt ein anderes Ziel. Wer die vier Schnittarten kennt, weiß auch automatisch, wann welcher Eingriff ansteht:
| Schnittart | Ziel | Zeitpunkt | Wie oft? |
|---|---|---|---|
| Pflanzschnitt | Wurzel- und Kronenmasse angleichen | Direkt nach der Pflanzung | Einmalig |
| Erziehungsschnitt | Stabile Krone mit Mitteltrieb + 3–4 Leitästen aufbauen | Februar/März oder Sommer | Jährlich in den ersten 4–5 Jahren |
| Erhaltungsschnitt | Krone licht halten, Fruchtholz fördern | Nach der Ernte (Juli–September) | Süßkirsche alle 1–2 Jahre, Sauerkirsche jährlich |
| Verjüngungsschnitt | Vergreisten Baum reaktivieren | Spätwinter, frostfrei | Etappenweise über 2–3 Jahre |
Der Pflanzschnitt gleicht nach dem Einpflanzen die Krone an das reduzierte Wurzelvolumen an: Der Mitteltrieb bleibt stehen, drei bis vier gut verteilte Seitentriebe werden um etwa ein Drittel eingekürzt, alle übrigen entfernt. Wie du den Baum davor richtig in die Erde bringst, zeigt unsere Anleitung zum Baum pflanzen.
Der Erziehungsschnitt formt in den ersten vier bis fünf Standjahren das Grundgerüst: ein dominanter Mitteltrieb und drei bis vier Leitäste in möglichst flachem Winkel (ideal sind 45–60 Grad zur Stammachse). Konkurrenztriebe zum Mitteltrieb werden konsequent entfernt. Was du hier versäumst, lässt sich später nur mit großen Wunden korrigieren — genau die will die Kirsche nicht.
Der Erhaltungsschnitt ist der Klassiker beim etablierten Baum: auslichten, Wasserschosse entfernen, abgetragenes Fruchtholz ableiten. Er fällt idealerweise in die Wochen direkt nach der Ernte.
Der Verjüngungsschnitt holt vergreiste, kaum noch tragende Bäume zurück — dazu gleich mehr im eigenen Abschnitt.
Der Sommerschnitt nach der Ernte: So funktioniert er richtig
Der Sommerschnitt ist die wichtigste Pflegemaßnahme für deinen Kirschbaum — und gleichzeitig die am häufigsten vernachlässigte. Direkt nach der letzten Ernte — in der Region Ulm und Neu-Ulm meist zwischen Mitte Juni und Ende Juli, je nach Sorte — befindet sich der Baum in einem optimalen Zustand für den Schnitt: Die Wundheilung läuft auf Hochtouren, die Luft ist trocken, und der Baum zeigt dir durch sein Laub genau, welche Äste vital sind und welche nicht.
Beim Sommerschnitt entfernst du vor allem:
- Wasserreiche Schossentriebe (senkrecht nach oben wachsende Triebe ohne Fruchtansatz)
- Zu dichte Innenäste und Kreuzäste
- Krankes oder abgestorbenes Holz
- Äste, die nach innen oder direkt in die Krone wachsen
- Bei Sauerkirschen: abgetragene Triebe, zurückgeleitet auf junges Seitenholz
Ziel ist eine luftige, lichtdurchflutete Krone — das reduziert Feuchtigkeit im Kroneninnern und damit das Pilzrisiko erheblich. Den passenden Überblick zu anderen Obstbäumen findest du in unserem Ratgeber zum Obstbaumschnitt sowie speziell im Ratgeber zum Apfelbaum schneiden — viele Grundprinzipien gelten ähnlich, doch der Zeitpunkt unterscheidet sich wesentlich.
Winterschnitt bei Kirschbäumen: Was erlaubt ist und was nicht
Für Sauerkirschen ist ein Winterschnitt zwischen November und Februar unter bestimmten Bedingungen akzeptabel — für Süßkirschen solltest du ihn dagegen vollständig meiden.
Erlaubt im Winter:
- Entfernen von eindeutig totem oder krankem Holz
- Leichte Korrekturschnitte an einzelnen Ästen (kein Starkschnitt)
- Entfernen von Wasserschossen, die im Sommer vergessen wurden
Nicht empfohlen oder riskant:
- Starker Rückschnitt in die Hauptäste bei Frost
- Formschnitte an größeren Astpartien
- Arbeiten an frisch gepflanzten Bäumen im ersten Winter
Bei Temperaturen unter -5 °C solltest du die Schere grundsätzlich in der Garage lassen. Das Holz ist dann spröde, die Schnittstellen reißen unregelmäßig ein, und die Wundheilung ist nahezu zum Stillstand gekommen. Als professionelle Baumpfleger in Ulm planen wir alle Schnitttermine immer nach Wetterprognose — nie bei Frost oder unmittelbar vor Kälteeinbruch.
Schritt-für-Schritt: Kirschbaum richtig schneiden
Egal ob Süß- oder Sauerkirsche — die grundlegende Schnitttechnik folgt immer denselben Regeln.
Schritt 1 — Analyse vor dem ersten Schnitt
Schau dir den Baum aus der Distanz an. Wo ist die Krone zu dicht? Welche Äste konkurrieren miteinander? Wo wächst Holz nach innen? Erst wenn du ein klares Bild hast, greifst du zum Werkzeug.
Schritt 2 — Totes und krankes Holz zuerst
Entferne immer zuerst alles, was eindeutig abgestorben oder krank ist. Das gibt dir ein realistisches Bild von dem, was noch zu tun ist — und du vermeidest, zu viel gesundes Holz wegzunehmen.
Schritt 3 — Wasserschossen und Konkurrenzäste
Senkrecht wachsende Wasserschossen entfernen. Bei zwei konkurrierenden Ästen in ähnlicher Position: den schwächeren entfernen, den stärkeren erhalten.
Schritt 4 — Ableiten statt einkürzen
Kirschen reagieren auf bloßes Einkürzen mit einem Besen aus neuen Steiltrieben rund um die Schnittstelle. Besser ist der Ableitungsschnitt: Du schneidest den zu langen Ast dort ab, wo ein schwächerer, günstig stehender Seitentrieb ansetzt — dieser übernimmt dann die Führung. So bleibt die Krone ruhig und in Form.
Schritt 5 — Schnitt auf Zapfen (nicht auf Astring)
Das ist der entscheidende Technik-Unterschied bei der Kirsche: Bei dicken Ästen schneidest du nicht bündig mit dem Stamm (auf Astring), sondern lässt einen sogenannten Zapfen von etwa 5–7 cm stehen. Dieser Stummel verhindert, dass sich Fäulnis und Pilze direkt über die Wunde am Stamm ausbreiten. Bei Apfelbäumen gilt andere Technik — bei der Kirsche ist der Zapfen Pflicht.
Schritt 6 — Wundverschluss auftragen
Größere Schnittflächen (ab ca. 3 cm Durchmesser) sofort mit einem Wundverschlussmittel versiegeln. Das schützt vor einfliegenden Pilzsporen in den kritischen ersten Stunden nach dem Schnitt.
Schritt 7 — Schnittgut sofort entfernen
Entferne alles abgetrennte Holz und Laub sofort vom Grundstück — besonders wenn Monilia-Verdacht besteht. Befallenes Schnittgut gehört in den Restmüll, nicht in den Kompost.
Alten Kirschbaum verjüngen und jungen Baum erziehen
Der junge Kirschbaum (1.–5. Standjahr): In den ersten Jahren entscheidet sich, wie stabil und pflegeleicht der Baum sein Leben lang sein wird. Ziel des Erziehungsschnitts ist eine Pyramidenkrone aus einem Mitteltrieb und drei bis vier gleichmäßig verteilten Leitästen. Zu steil stehende Triebe kannst du bei jungen Bäumen mit kleinen Gewichten oder durch Abspreizen in einen flacheren Winkel bringen — flach gestellte Äste tragen früher und reichlicher Früchte. Schneide jährlich, aber sparsam: Konkurrenztriebe des Mitteltriebs, nach innen wachsende Triebe und alles, was sich kreuzt.
Der alte, vergreiste Kirschbaum: Hat ein Kirschbaum viele Jahre keinen Schnitt gesehen, ist die Krone meist dicht, das Fruchtholz vergreist und der Ertrag zieht sich in die äußerste, unerreichbare Spitze zurück. Die Lösung ist der Verjüngungsschnitt — aber niemals radikal in einem Durchgang. Als Faustregel gilt: maximal 20–25 % der Kronenmasse pro Jahr, verteilt auf zwei bis drei Jahre. Größere Äste werden dabei zunächst auf Zapfen gesetzt und erst später, wenn der Baum den Eingriff verkraftet hat, sauber nachgeschnitten. Der beste Zeitpunkt für die Verjüngung ist der frostfreie Spätwinter (Februar/März) — hier ist die Reaktion des Baumes mit kräftigem Neuaustrieb sogar erwünscht.
Sonderfall Säulen- und Zwergkirsche: Säulenkirschen brauchen deutlich weniger Schnitt — hier werden lediglich zu lange Seitentriebe im Sommer auf 2–3 Knospen eingekürzt und der Mitteltrieb bleibt unangetastet, solange die Höhe passt. Zwergkirschen im Kübel oder Kleingarten schneidest du wie eine große Süßkirsche, nur im kleineren Maßstab: nach der Ernte auslichten, Zapfentechnik bei dickeren Ästen beibehalten.
Werkzeug für den Kirschbaumschnitt
Das richtige Werkzeug macht beim Kirschbaum schneiden einen erheblichen Unterschied. Unsaubere Schnitte durch stumpfes oder falsches Werkzeug sind eine der häufigsten Eintrittspforten für Pilzkrankheiten.
Du brauchst:
- Bypass-Astschere für Äste bis ca. 2,5 cm Durchmesser — niemals Amboss-Scheren, da diese das Holz quetschen statt sauber schneiden
- Japanische Zugsäge für Äste ab 2,5 cm — präziser und sauberer als Schubsägen
- Desinfektionsmittel (70 %iger Alkohol) zum Reinigen der Klingen zwischen verschiedenen Bäumen
- Wundverschlussmittel auf Kautschuk- oder Latexbasis (z. B. Lac Balsam)
- Schutzausrüstung: Handschuhe, Schutzbrille, rutschfeste Schuhe
Unser Team bei Baumpflege Schlupek nutzt zusätzlich zertifizierte Kletterausrüstung nach DGUV-Vorschrift und Seilklettertechnik, um auch hohe Kirschbäume sicher und schonend zu bearbeiten — seit 2022 im Einsatz in der Region Ulm.
5 häufige Fehler beim Kirschbaum schneiden
Aus über 200 Kundeneinsätzen in der Region Ulm hat Nikolai Schlupek diese fünf Fehler immer wieder beobachtet — und sie lassen sich alle vermeiden:
Fehler 1 — Falscher Zeitpunkt
Der Klassiker: Süßkirsche im März schneiden, weil „gerade Zeit ist". Ergebnis: Gummifluss, Monilia, absterbende Äste. Immer den Erntezeitpunkt als Startschuss nehmen.
Fehler 2 — Auf Astring statt auf Zapfen schneiden
Viele kennen die Regel „bündig mit dem Stamm" vom Apfelbaum und übertragen sie auf die Kirsche. Bei Kirschbäumen ist das ein gravierender Fehler — der Zapfen von 5–7 cm ist Pflicht.
Fehler 3 — Kein Wundverschluss
Besonders bei trockener Sommerhitze denken viele, die Wunde heilt von allein. Ab 3 cm Durchmesser ist Wundverschluss kein Luxus, sondern notwendiger Pilzschutz.
Fehler 4 — Schnittgut liegen lassen
Abgetrennte Äste unter dem Baum verrotten, und aus befallenen Ästen spreizen sich Pilzsporen direkt auf den Baum zurück. Schnittgut immer sofort entfernen.
Fehler 5 — Zu viel auf einmal wegnehmen
Der Impuls „jetzt machen wir das richtig" führt dazu, dass 40 % der Krone auf einmal entfernt werden. Das stresst den Baum massiv, löst übermäßigen Schosserwuchs aus und schwächt das Immunsystem. Faustregel: maximal 20–25 % der Krone pro Jahr entfernen.
Monilia und Gummifluss: Pilzkrankheiten durch falschen Schnitt
Monilia-Spitzendürre ist die gefährlichste Krankheit für Kirschbäume in Deutschland — und falsches Schneiden ist einer der häufigsten Auslöser. Der Pilz Monilinia laxa befällt bevorzugt frische Wunden und setzt sich von dort aus in den gesamten Ast fort. Die Symptome: Triebe welken plötzlich wie verbrannt, Blüten und Früchte verfaulen.
Gummifluss (Gummosis) entsteht, wenn der Baum auf Verletzungen oder Pilzbefall reagiert und harzartigen Saft ausscheidet. Chronischer Gummifluss schwächt den Baum dauerhaft.
So schützt du deinen Baum:
- Sommerschnitt konsequent einhalten
- Wundverschluss bei allen Schnitten über 2 cm
- Krankes Holz immer weit bis ins gesunde Gewebe zurückschneiden
- Schnittgut sofort entsorgen — nicht kompostieren!
- Bei Verdacht: Baumkrankheiten rechtzeitig erkennen und handeln, bevor sich der Befall ausbreitet
Wann lohnt sich ein professioneller Kirschbaumschnitt?
Nicht jeder Schnitt muss vom Profi kommen — aber es gibt klare Situationen, in denen du dir und deinem Baum einen Gefallen tust, wenn du uns für Baumschnitt in Ulm anforderst:
- Der Baum ist älter als 15 Jahre und hat jahrelang keinen Schnitt bekommen
- Du siehst Anzeichen von Monilia, Gummifluss oder anderen Krankheiten
- Der Baum überragt 4–5 Meter — Arbeiten in der Höhe ohne Sicherheitsausrüstung sind gefährlich
- Äste reichen an Leitungen, Gebäude oder Nachbargrundstücke — hier greift die Verkehrssicherungspflicht
- Du bist unsicher — ein einmaliger Profi-Schnitt mit Erklärung gibt dir das Know-how für die nächsten Jahre
Für professionellen Kirschbaumschnitt in Ulm, Neu-Ulm, Blaubeuren, Senden und der gesamten Region ist unser Team ganzjährig im Einsatz. Wir übernehmen auch die komplette Entsorgung des Schnittguts.
Kosten für den Kirschbaumschnitt: Was du erwarten kannst
Die genauen Kosten hängen immer vom Einzelfall ab. Als realistische Orientierung:
- Kleiner Kirschbaum (bis 4 m, Jungbaum): 80–150 €
- Mittlerer Kirschbaum (4–7 m, Erziehungs- oder Pflegeschnitt): 150–300 €
- Großer Kirschbaum (über 7 m, Sanierungsschnitt): 300–600 € und mehr
- Schnittgutentsorgung: je nach Menge pauschal oder nach Aufwand
Einen ausführlichen Überblick über Preise und Einflussfaktoren findest du in unserem Ratgeber zu Baumschnitt-Kosten in Ulm. Bei mehreren Bäumen oder in Kombination mit anderen Pflegeleistungen sind Paketpreise oft günstiger. Für eine unverbindliche Einschätzung vor Ort nimm gern über unsere Kontaktseite Kontakt auf — wir sind in der Regel innerhalb von 24 Stunden zurück.
Der beste Zeitpunkt hängt von der Kirschsorte ab: Süßkirschen schneidest du direkt nach der Ernte im Juli bis September. Sauerkirschen sind flexibler und können auch im späten Herbst oder milden Winter (November bis März) geschnitten werden. Entscheidend ist, dass du Frost und feuchte Phasen meidest, da Pilzsporen dann besonders leicht in Schnittwunden eindringen.
Einen Süßkirschbaum solltest du im Winter grundsätzlich nicht schneiden — das Risiko für Gummifluss und Monilia ist zu hoch. Sauerkirschen vertragen einen milden Winterschnitt besser, aber auch hier gilt: Bei Temperaturen unter -5 °C lieber warten. Totes Holz kannst du dagegen ganzjährig entfernen.
Bei der Sauerkirsche ist ein Schnitt im Oktober oder November an frostfreien, trockenen Tagen möglich. Für die Süßkirsche ist der Herbst dagegen der ungünstigste Zeitpunkt überhaupt: Die Wundheilung verlangsamt sich, und die Konzentration von Pilzsporen in der Luft ist im feuchten Herbst am höchsten. Wer den Sommerschnitt verpasst hat, wartet bei der Süßkirsche besser bis zur nächsten Ernte, statt im Herbst zu schneiden.
Beim Zapfenschnitt lässt du einen kurzen Stummel von 5–7 cm am Stamm stehen, anstatt den Ast bündig abzusägen. Dieser Zapfen wirkt als Puffer und verhindert, dass Fäulnis oder Pilze direkt über die Wulst am Stammansatz ins Holz eindringen. Bei Kirschbäumen ist diese Technik besonders wichtig — bei anderen Obstbäumen wie dem Apfel gelten andere Regeln.
Mit einem etappenweisen Verjüngungsschnitt über zwei bis drei Jahre: pro Jahr maximal 20–25 % der Kronenmasse entfernen, große Äste zunächst auf Zapfen setzen und die Krone Schritt für Schritt wieder aufbauen. Der beste Zeitpunkt dafür ist der frostfreie Spätwinter. Ein Radikalschnitt in einem Durchgang würde den Baum massiv stressen und unkontrollierten Schosserwuchs auslösen.
Monilia-Spitzendürre zeigt sich durch plötzliches Welken ganzer Triebe, die aussehen wie verbrannt — daher der Name „Zweigdürre". Befallene Triebe verfärben sich braun und sterben ab, Früchte können mumifizieren. Wenn du solche Symptome siehst, schneide betroffene Äste sofort weit zurück ins gesunde Holz und entsorge das Schnittgut im Restmüll.
Als Faustregel gilt: maximal 20–25 % der Kronenmasse pro Jahr. Mehr auf einmal zu entfernen stresst den Baum stark, löst übermäßigen Schosserwuchs aus und schwächt das Abwehrsystem. Wenn ein Baum stark vernachlässigt wurde, verteile die Sanierung auf zwei bis drei Jahre — das ist nachhaltiger als ein einmaliger Radikalschnitt.

Fazit: Kirschbaum schneiden mit System und zum richtigen Zeitpunkt
Den Kirschbaum zu schneiden ist keine Frage des „irgendwann" — sondern des richtigen Moments. Süßkirsche im Sommer nach der Ernte, Sauerkirsche jährlich und mit etwas mehr Spielraum bis in den Winter, junge Bäume konsequent erziehen und alte Bäume behutsam über mehrere Jahre verjüngen. Wer dazu die Technik kennt — Zapfenschnitt, Ableiten statt Einkürzen, Wundverschluss, kein Übermaß — hat den Großteil der häufigsten Fehler bereits vermieden.
Nikolai Schlupek fasst es so zusammen: „Ein gut gepflegter Kirschbaum ist nicht das Ergebnis eines einmaligen Eingriffs, sondern einer konsequenten, jährlichen Routine. Wer den richtigen Zeitpunkt zum Kirschbaum schneiden einmal verinnerlicht hat, hat jahrzehntelang Freude an seinem Baum — und an der Ernte."
Wenn du unsicher bist, einen größeren Eingriff planst oder deinen Kirschbaum zum ersten Mal fachmännisch schneiden lassen möchtest, stehen wir dir gern zur Seite. Vereinbare jetzt einen kostenlosen Vor-Ort-Termin — wir schauen gemeinsam, was dein Baum braucht.
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