Gartenarbeit im Herbst: Checkliste für September bis November
Der Herbst ist die ehrlichste Jahreszeit im Garten. Was im Sommer noch hinter dichtem Laub versteckt war, wird jetzt sichtbar: trockene Äste, schiefe Kronen, kahle Stellen im Rasen. Und genau deshalb ist die Gartenarbeit im Herbst nicht das Aufräumen nach der Saison, sondern die Vorbereitung auf die nächste.
Wir bei Baumpflege Schlupek sind seit 2022 in Ulm und der Region unterwegs, und der Herbst ist bei uns die dichteste Zeit im Kalender. Die folgende Checkliste ist genau das, was wir unseren Kundinnen und Kunden am Gartentor mitgeben — sortiert nach Monaten, mit klarem Blick auf das, was Bäume und Gehölze wirklich brauchen.
Gartenarbeit im Herbst: Warum der Zeitplan alles entscheidet
Die meisten Herbst-Ratgeber werfen 20 Aufgaben in einen Topf. In der Praxis scheitert es aber selten am Was, sondern am Wann. Ein Gehölzschnitt Mitte September ist rechtlich heikel, derselbe Schnitt drei Wochen später völlig unproblematisch.
Der Herbst zerfällt für uns in drei klar getrennte Phasen. Im September geht es um Ordnung und Rasen, im Oktober um Schnitt und Pflanzung, im November um Frostschutz und Technik.
Der Boden ist dabei dein Taktgeber. Solange er über etwa 8 °C warm ist, wachsen Wurzeln weiter — im Raum Ulm und im Donautal ist das erfahrungsgemäß bis in den November hinein der Fall. Genau dieses Zeitfenster nutzt du für alles, was anwachsen soll.
Die Herbst-Checkliste auf einen Blick
Diese Tabelle hängt bei uns im Werkstattbüro. Sie deckt die komplette Gartenarbeit im Herbst ab — von der ersten kühlen Nacht bis zum ersten Frost.
| Monat | Aufgabe | Warum jetzt? |
|---|---|---|
| September | Laub regelmäßig vom Rasen holen | Verhindert braune Stellen und Moos |
| September | Letzter Rasenschnitt auf ca. 5 cm | Kürzer friert, länger fault |
| September | Herbstdünger (kalibetont) ausbringen | Härtet die Gräser gegen Frost |
| September | Blumenzwiebeln setzen | Brauchen Wurzelzeit vor dem Frost |
| Oktober | Hecken- und Gehölzschnitt | Schonzeit nach § 39 BNatSchG ist beendet |
| Oktober | Bäume und Sträucher pflanzen | Warmer Boden, verlässlicher Regen |
| Oktober | Baumkontrolle vor der Sturmsaison | Schäden sind ohne Laub sichtbar |
| Oktober | Kompost umsetzen, Laub aufsetzen | Wärme im Haufen beschleunigt Rotte |
| November | Kübelpflanzen und Jungbäume einpacken | Wurzeln im Topf frieren zuerst durch |
| November | Wasserleitungen und Außenhähne leeren | Frostschäden sind teuer und vermeidbar |
| November | Werkzeug reinigen, schärfen, ölen | Saubere Klingen = saubere Schnitte |
| November | Winterquartiere stehen lassen | Igel und Insekten brauchen Deckung |

Laub: entfernen, liegen lassen oder verwerten?
Die Standardantwort “Laub muss weg” ist nur zur Hälfte richtig. Es kommt darauf an, worauf es liegt.
Vom Rasen muss das Laub raus, und zwar regelmäßig. Eine geschlossene Laubdecke nimmt den Gräsern das Licht, hält Feuchtigkeit fest und produziert innerhalb weniger Wochen braune, vermooste Flecken.
Auf Beeten, unter Hecken und rund um Bäume darf das Laub dagegen liegen bleiben. Dort ist es kostenloser Frostschutz, Nahrung fürs Bodenleben und Lebensraum in einem.
Besonders sinnvoll: die Baumscheibe. Eine Laubschicht direkt unter der Krone schützt die feinen Saugwurzeln genau dort, wo der Baum sie am dringendsten braucht — mehr dazu in unserem Ratgeber zum Bepflanzen und Gestalten der Baumscheibe.
Eine Ausnahme gibt es: Laub von kranken Gehölzen gehört nicht auf den Kompost. Bei Schorf, Sternrußtau oder Blattbräune überwintern die Sporen im Falllaub und infizieren im Frühjahr zuverlässig die nächste Generation. Welche Symptome auf welche Erkrankung hindeuten, haben wir im Beitrag Baumkrankheiten sicher erkennen zusammengestellt.
Gehölzschnitt ab 1. Oktober: Das sagt das Gesetz wirklich
Hier wird in Gartenratgebern viel Unsinn geschrieben, deshalb der Blick in den Gesetzestext.
§ 39 Bundesnaturschutzgesetz verbietet vom 1. März bis zum 30. September, Hecken, lebende Zäune, Gebüsche und andere Gehölze abzuschneiden oder auf den Stock zu setzen. Ab dem 1. Oktober ist dieser starke Rückschnitt wieder erlaubt — das ist der Startschuss für die Schnittsaison.
Wichtig für Gartenbesitzer: Bäume und Gehölze auf gärtnerisch genutzten Grundflächen sind von diesem bundesrechtlichen Verbot ausgenommen. Für den Apfelbaum im eigenen Garten gilt die Schonzeit also nicht.
Und die kommunale Ebene? Die Stadt Ulm hat keine allgemeine Baumschutzsatzung, der Alb-Donau-Kreis und Neu-Ulm ebenfalls nicht. Es gibt hier also keinen pauschalen Stammumfang, ab dem ein Gartenbaum automatisch genehmigungspflichtig wäre — anders als etwa in München (60 cm Umfang in 1 m Höhe) oder Stuttgart (80 cm).
Abgestimmt werden muss trotzdem, wenn ein Sonderschutz vorliegt: Naturdenkmal, geschützter Landschaftsbestandteil, eine Erhaltungsfestsetzung im Bebauungsplan, geschützte Alleen oder ein Schutzgebiet. Zuständig ist die Untere Naturschutzbehörde der Stadt Ulm, in Neu-Ulm die Untere Naturschutzbehörde am Landratsamt Neu-Ulm. Für Senden, Blaustein, Erbach und das weitere Umland klärt das verbindlich die jeweilige Gemeindeverwaltung.
Die Details zu Fristen und Ausnahmen findest du in unserem Beitrag Baumschnitt im Herbst — was erlaubt ist sowie im Ratgeber zum gesetzlichen Zeitpunkt für den Heckenschnitt.
Herbst ist Pflanzzeit: Bäume und Sträucher jetzt setzen
Wenn du in diesem Jahr nur eine Sache aus der Gartenarbeit im Herbst umsetzt, dann diese: pflanze jetzt.
Der Boden ist vom Sommer noch durchgewärmt, der Niederschlag verlässlicher als im Frühjahr, und die Pflanze steckt ihre gesamte Energie in Wurzeln statt in Blätter. Ein im Oktober gesetzter Laubbaum hat bis zum ersten Trockenstress im Juni ein Wurzelwerk, von dem ein im April gepflanzter Baum nur träumen kann.
Gut geeignet für die Herbstpflanzung sind:
- Laubbäume ohne Ballen (wurzelnackte Ware) wie Linde, Hainbuche, Feldahorn
- Obstbäume — Apfel, Birne, Zwetschge und Kirsche
- Heckenpflanzen wie Hainbuche, Liguster und Rotbuche
- Sträucher, Rosen und die meisten Beerenobst-Arten
Zurückhaltung ist bei frostempfindlichen und immergrünen Arten geboten — Walnuss, Kirschlorbeer oder Magnolie setzt du besser im Frühjahr. Wann welche Art dran ist, haben wir im Ratgeber Baum pflanzen: der richtige Zeitpunkt aufgeschlüsselt.
Wenn es ein größeres Gehölz oder ein Solitär werden soll, übernehmen wir Standortwahl, Pflanzgrube und Verankerung: Bäume fachgerecht pflanzen lassen gehört zu unseren häufigsten Herbstaufträgen.
Baumkontrolle vor der Sturmsaison: die unterschätzte Aufgabe
Das ist der Punkt, den praktisch jede Garten-Checkliste vergisst — und der teuerste, wenn er fehlt.
Als Grundstückseigentümer trägst du die Verkehrssicherungspflicht für deine Bäume. Fällt im Januarsturm ein Ast aufs Nachbardach, ist die entscheidende Frage nicht, ob der Baum morsch war, sondern ob du ihn zumutbar kontrolliert hast. Was das konkret bedeutet, erklären wir im Beitrag zur Baumkontrollpflicht für Eigentümer.
Der Herbst ist dafür der ideale Moment, weil die Krone ohne Laub offen daliegt. Achte bei deinem Rundgang auf:
- Totholz und abgestorbene Aststummel in der Krone
- Pilzfruchtkörper am Stammfuß oder an Astgabeln
- Längsrisse in der Rinde und aufgewölbte Wülste
- Zwiesel — V-förmige Doppelstämme mit eingewachsener Rinde
- Aufgewölbte Erde oder Spalten im Boden rund um den Stamm
Zeigt die Kontrolle Handlungsbedarf, folgt daraus meist ein fachgerechter Baumschnitt mit Totholzentnahme oder Kroneneinkürzung. Nur wenn die Standsicherheit nicht mehr herstellbar ist, wird eine Baumfällung in Ulm zum Thema. Und wenn der Sturm schneller war als die Checkliste, hilft unser Beitrag Sturmschaden am Baum: was jetzt zu tun ist weiter.
Rasen, Wege und Wasserleitungen winterfest machen
Der Rasen braucht im Herbst drei Dinge, mehr nicht.
Erstens den letzten Schnitt auf etwa fünf Zentimeter, sobald das Wachstum stoppt — meist Ende Oktober. Zu kurz geschnittener Rasen friert an der Basis, zu lang gelassener legt sich um und fault unter dem Schnee.
Zweitens einen kalibetonten Herbstdünger im September. Kalium härtet die Zellwände und senkt den Gefrierpunkt im Gewebe. Stickstoff hat im Herbst dagegen nichts mehr zu suchen — er treibt weiches Gewebe, das der erste Frost zuverlässig zerstört.
Drittens Ruhe. Vertikutiert wird im Frühjahr, nicht im Herbst; die offenen Wunden schließen sich bei sinkenden Temperaturen nicht mehr.
Beim technischen Teil geht es um Frostschäden:
- Außenwasserhähne absperren, Leitung entleeren, Schlauch abnehmen
- Regentonne leeren oder mit einem Holzscheit gegen Eisdruck sichern
- Pumpen und Bewässerungsanlagen ausblasen oder frostfrei einlagern
- Gartengeräte reinigen, Schneidwerkzeug schärfen und mit Öl einreiben
- Laub aus Dachrinnen und Lichtschächten holen, bevor es gefriert
Frostschutz für Jungbäume und Kübelpflanzen
Die Wurzel ist der empfindlichste Teil, nicht die Krone. Im Beet schützt sie das Erdreich, im Topf steht sie fast ungeschützt in der Kälte.
Kübelpflanzen bekommen deshalb eine Isolierschicht aus Vlies, Jute oder Noppenfolie um das Gefäß und stehen auf einem Holzklotz statt direkt auf der Platte. Der Kontakt zum kalten Stein zieht mehr Wärme als jeder Wind.
Frisch gepflanzte Bäume brauchen zwei Dinge: eine Mulchschicht von rund zehn Zentimetern auf der Baumscheibe — mit etwas Abstand zum Stamm, damit die Rinde nicht dauerfeucht bleibt — und bei glattrindigen Arten wie Ahorn, Kirsche oder Eberesche einen Schutz gegen Frostrisse.
Wässern im Herbst: Der Sommer wirkt nach
Dass im Herbst noch gegossen werden muss, überrascht viele. In unserer Erfahrung ist es aber die Maßnahme mit dem größten Effekt auf die Überlebensrate junger Bäume.
Bäume verdunsten auch im Winter über Rinde und Knospen Wasser. Ist der Boden gefroren, können sie nichts nachziehen — sie vertrocknen bei Frost. Deshalb gilt: Vor dem ersten Dauerfrost bekommen Neupflanzungen und Nadelgehölze noch einmal eine kräftige Wassergabe von 50 bis 100 Litern.
Nach den trockenen Sommern der letzten Jahre kommt hinzu, dass viele Bäume in der Region mit leeren Reserven in den Winter gehen. Wie du Trockenstress erkennst und gegensteuerst, haben wir im Ratgeber Bäume vor Trockenheit schützen beschrieben.
Garten als Winterquartier: Igel, Insekten und Vögel
Der aufgeräumte Garten ist der ökologisch ärmste. Ein paar bewusste Lücken kosten nichts und bringen viel.
- Einen Laub- und Reisighaufen in einer ruhigen Ecke stehen lassen — Igelquartier
- Stauden erst im Frühjahr zurückschneiden, die hohlen Stängel sind Insektenwinterquartiere
- Fallobst unter dem Baum liegen lassen, davon leben Amseln und Wacholderdrosseln
- Beerentragende Sträucher wie Weißdorn oder Liguster nicht komplett abräumen
Genau diese Haltung ist der Grund, warum wir diesen Betrieb überhaupt führen: Ein Garten ist kein Wohnzimmer im Freien, sondern Lebensraum. Mehr dazu, wie wir arbeiten, findest du auf unserer Seite zur professionellen Baumpflege in Ulm.

Was du besser dem Fachbetrieb überlässt
Der größte Teil der Gartenarbeit im Herbst ist reine Fleißarbeit und gut selbst zu schaffen. Drei Dinge sind es nicht.
Erstens alles, was Leiterarbeit über zwei Meter erfordert. Die Kombination aus feuchtem Laub, kaltem Griff und nasser Rinde ist der häufigste Unfallhergang im Hobbygarten.
Zweitens Schnitte an tragenden Ästen ab etwa zehn Zentimetern Durchmesser. Eine falsch gesetzte Schnittstelle schließt sich nicht mehr und wird zur Eintrittspforte für holzzersetzende Pilze — der Schaden zeigt sich erst nach Jahren.
Drittens jeder Baum, der in Richtung Haus, Straße oder Nachbargrundstück fällt. Dafür arbeiten wir mit Seilklettertechnik und nehmen die Krone stückweise ab, statt sie zu werfen. Wie das im Detail funktioniert, zeigen wir im Ratgeber Bäume im beengten Garten fällen.
FAQ – Häufige Fragen zur Gartenarbeit im Herbst
Praktisch ab Anfang September, sobald die Nächte kühler werden und das erste Laub fällt. Die eigentliche Hauptphase liegt im Oktober, wenn Schnitt und Pflanzung zusammenkommen.
Ja. Das Schnittverbot nach § 39 BNatSchG läuft vom 1. März bis zum 30. September, danach ist der starke Rückschnitt wieder zulässig. Der Artenschutz nach § 44 BNatSchG gilt aber ganzjährig — besetzte Nester und Quartiere sind tabu.
Die Stadt Ulm hat keine allgemeine Baumschutzsatzung, ebenso wenig der Alb-Donau-Kreis und Neu-Ulm. Ein pauschaler Stammumfang-Grenzwert existiert hier also nicht. Steht der Baum unter Sonderschutz — Naturdenkmal, Schutzgebiet, Erhaltungsfestsetzung im Bebauungsplan —, klärst du das vorab mit der Unteren Naturschutzbehörde, möglichst vier Wochen vor dem Termin.
Nein. Vom Rasen sollte es weg, weil es dort Licht nimmt und Moos fördert. Auf Beeten, unter Hecken und auf der Baumscheibe ist Laub wertvoller Frostschutz und Nahrung für das Bodenleben.
Für die meisten laubabwerfenden Bäume und Sträucher ist der Herbst klar im Vorteil: warmer Boden, verlässlicher Niederschlag und ein ganzer Winter zum Einwurzeln. Frostempfindliche und immergrüne Arten pflanzt du besser im Frühjahr.
Ja, vor allem Neupflanzungen und Nadelgehölze. Vor dem ersten Dauerfrost noch einmal 50 bis 100 Liter geben — im gefrorenen Boden kann der Baum kein Wasser mehr aufnehmen und vertrocknet sonst im Winter.
Fazit: Gartenarbeit im Herbst ist Vorsorge, kein Aufräumen
Wer die Gartenarbeit im Herbst als reine Putzaktion versteht, verschenkt die beste Zeit des Gartenjahres. Räume im September das Laub vom Rasen, schneide und pflanze im Oktober, schütze im November — in dieser Reihenfolge, und dein Garten startet im März mit einem Vorsprung von Monaten.
Der Punkt, an dem es sich am meisten lohnt, genau hinzuschauen, sind die Bäume. Sie sind das Teuerste im Garten, das Langlebigste — und das Einzige, bei dem ein übersehener Schaden im Winter richtig ins Geld gehen kann.
Genau da kommen wir ins Spiel. Wir schauen uns deinen Baumbestand vor der Sturmsaison an, sagen dir ehrlich, was Handlungsbedarf hat und was warten kann, und du bekommst ein Angebot ohne Überraschungen. Einen Termin für den Herbst vereinbaren kannst du in zwei Minuten.
Wir schauen kostenlos vorbei, beurteilen Ihre Situation vor Ort und erstellen ein transparentes Angebot.


